Nach langer Pause melde ich mich mal wieder in meinem Blog. Die letzten Wochen haben wir viel für die Tanzaufführungen auf dem jährlichen Sommercamp geprobt und hatten die letzten zwei Wochen „Go-Camp“ vom 04.05 bis zum 16.05.

An dem Go-camp dieses Jahr haben über 200 Menschen teilgenommen, darunter die Heimkinder, Community-Based Kinder und Mitarbeiter mit ihren Familien. Wir wurden in verschiedenen Gruppen eingeteilt, in denen man Punkte sammeln konnte. In jeder Gruppe waren Teilnehmer aus allen Altersgruppen, was das Camp sehr besonders gemacht hat. Wir sind in den fünf Tagen als Gruppe eng zusammengewachsen, haben immer zusammen gegessen und den Tag miteinander verbracht. Morgens und abends gab es Teachings (Predigten) in denen wir mehr über verschiedene Charaktere in der Bibel gelernt haben.

Besonders angesprochen hat mich die Geschichte von Caleb und Josua (4.Mose 13-14) , die sich bewusst gegen Angst vor Herausforderungen gestellt haben und so viel Vertrauen in Gott hatten, selbst als alle anderen sich gegen sie gestellt haben.

Die Geschichte von Caleb und Josua hat mir gezeigt, dass wir in jeder Herausforderung optimistisch sein sollten, dass wir die Hoffnung auf das Gute nicht aufgeben sollten/müssen. Auch, wenn alles schlecht scheint, Gott ist immer gut (Habakkuk 3,17–18) und er hat einen Plan.

Nachmittags sind einige Mitarbeiter und älteren Teilnehmer in die Armenviertel Cebu Citys gefahren und haben DVBS-Programm (daily-vacation-bible-school) mit den Kindern vor Ort gemacht. Das lief sehr ähnlich zu den wöchentlichen Feedingprogramme (habe ich im Beitrag „die ersten Monate“ erklärt) ab. Zuerst gab es ein paar Kindertänze von Jana Alayra und ein Worship Lied. Danach gab es jeden Tag eine Andacht mit einer passenden Aktivität (z.B: Bilder zum Ausmalen).

Ein Nachmittag haben Juliane und ich mit den einigen Teilnehmerkinder eine Wand auf dem Gelände von Christ for Asia bemalt (siehe Foto). Obwohl die Motivation zum Ende hin stark abgenommen hat und wir zum Schluss nur noch zu dritt gemalt haben bin ich sehr beeindruckt, von dem bisherigen Ergebnis (sind nicht fertig geworden, werden wir hoffentlich nächste Woche mit den Heimkindern fertig malen). Es hat auch super spaß gemacht!

Sehr prägend war auch der tägliche Lobpreis. Man merkt sehr stark, dass die Philippinen eine tanzgeprägte Kultur ist. Es ist so schön zu sehen, wie jeder anders Gott preist und wie lebendig der Worship ist. Manche haben zusammen getanzt, andere haben alleine Gott angepriesen, wieder andere haben für einander gebetet. Auch die Mischung aus ruhigem und lautem Worship war super.

Die Band bestand aus ehemaligen Heimkindern und Mitarbeitern und man hat sehr gespürt wie viel Spaß alle währenddessen hatten.

Am Sonntag dem 10.Mai hatten wir unsere erste Evangelisation. Alle Performer sind nachmittags los nach upper kawayan. Zuerst haben wir die umliegenden Bewohner zu unserer Tanzaufführung eingeladen. Dafür sind wir durch die Straßen gelaufen. Mir ist da nochmal stark bewusst geworden wie unterschiedlich philippinische Lebensstandards zu deutschen Lebensstandard sind.

Nachdem wir einige Familien und Menschen eingeladen haben hatten wir auch schon unsere Aufführung. Zuerst wurde Christ for Asia als Organisation vorgestellt, Ate Marj (eine Mitarbeiterin) hat von allen Projekten und Visionen erzählt.

Der erste Tanz war Tambourine und Banner, das ist ein traditioneller philippinischer Tanz, der vor allem in Gottesdiensten aufgeführt wird. Ich war bei den Tamburintänzerinnen dabei. Der Tanz hat mir auch am meisten Spaß gemacht. Wir haben zu „the Joy“ von the Belonging Co und David Dennis getanzt.

Danach haben wir ein Drama vorgeführt. Dabei ging es um einen Jungen, der ein scheinbar perfektes Leben führt bis alles zusammenbricht. Seine Freunde schließen ihn aus, seine Mutter stirbt und sein Vater hat eine neue Freundin. Er bekommt Depressionen und weiß nicht mehr wohin, bis er Jesus kennenlernt. Jesus holt ihn aus seinen Depressionen.

Außerdem gab es noch einen Interpretative, einen Hip-Hop Tanz und den Finale Dance, den wir alle zusammen getan haben. Die Tänze haben wir einige Wochen davor angefangen zu proben, das war sehr anstrengend aber auch sehr cool. Am Ende hat die Aufführung echt super geklappt und unsere Tanzlehrer waren sehr stolz auf alle.

Nach der Aufführung haben wir mit einem Armband den Zuschauern das Evangelium erklärt. Das fand ich, vor allem aufgrund der Sprachbarriere, sehr herausfordernd. Viele der Zuschauer waren Kinder und haben wenig englisch verstanden und wollten alle direkt das Armband. Wir hatten trotzdem viel Spaß dabei und es war sehr süß!!

Am nächsten Tag sind alle Campteilnehmer los nach Lapu-Lapu in ein Strandresort. Dort haben wir die Taufe von über 10 Kindern gefeiert. Darunter waren viele aus dem Heim. Auch, wenn es alles sehr zügig ging, weil die 10 Kinder direkt hintereinander im Meer getauft wurden, war es sehr besonders. Zu einigen habe ich auch eine sehr enge Beziehung und es war schön zu sehen, dass sie sich schon in so jungem Alter für Jesus entschieden haben.

Danach hatten wir einen sehr schönen Tag am Strand, sind von Klippen ins Meer gesprungen und haben, wie immer, viele Bilder gemacht.

Ein Tag darauf sind 50 Teilnehmer des Camps (inklusive wir sechs Deutschen) losgefahren zum 5-tägigen Outreach nach Bantayan. Das ist eine Insel neben Cebu. Wir sind ca. sieben Stunden dahin gefahren teils mit dem Auto, teils mit der Fähre. Dort haben wir wie in Cebu City vacation DVBS für einige Kinder vor Ort gemacht.

An zwei Tagen sind wir um 4 Uhr morgens aufgestanden und haben am Strand für den Tag gebetet, Worship gesungen und hatten eine Andacht. Das war unglaublich schön, weil wir den Sonnenaufgang anschauen konnten. Die Andacht war auf Bisaya, deshalb haben wir leider nie was verstanden.

Generell war die Kommunikation sehr schwierig, weil alle Besprechungen auf Biscaya waren und wir im Nachhinein, oder manchmal auch gar nicht, mitbekommen haben was abgeht. Aber daran haben wir uns auch schon die letzen Monate gewöhnt, deshalb ging das schon.

Übernachtet durften wir in einer (für philippinische Verhältnisse) großen Kirche, die auch sehr gute Standards hatte.

Die ersten beiden Tage hatten wir nach der DVBS eine Evangelisation. Am ersten Tag in einem Dorf auf einem Basketballplatz und die zweite auf einem zentralen Platz in der Stadt.

Das war sehr anstrengend vor allem, weil wir davor noch die Teachings hatten. Aber andererseits hat es auch sehr Spaß gemacht, weil wir auch schon eine Routine hatten durch die vielen Practises in den Wochen davor.

Am letzten Tag haben die Teilnehmerkinder des DVBS alle eine Urkunde und ein Abzeichen bekommen und natürlich ganz viele Snacks. Danach sind wir alle noch zum Strand gefahren und haben dort den letzten Tag ausklingen lassen. Wir haben Beachvolleyball gespielt, sind ins Meer baden gegangen und haben Abend gegessen.

Am nächsten Morgen haben wir die Kirche geputzt und sind danach wieder zurück nach Cebu City gefahren.

Der Outreach war eine sehr prägende Zeit, es war sehr schön und besonders und mich hat es vor allem für die Kinder gefreut, die teilnehmen durften. Die meisten könnten sich nicht einfach so einen Trip ans Meer, geschweige denn auf eine andere Insel, leisten. Die Zeit war auf jedenfall sehr bereichernd und es war auch sehr schön zu sehen, wie motiviert die DVBS-Teilnehmer waren.

Für uns deutschen Freiwilligen war es teilweise schwierig, weil wir die einzigen Ausländer waren, aber dadurch, dass wir uns alle sechs sehr gut verstehen und uns jetzt schon sehr gut kennen haben wir auch die Zeit zusammen genossen. Und natürlich sind wir mit vielen Filipinos gut befreundet und hatten auch eine super Zeit zusammen. Eine weitere Herausforderung war die Hitze. Im letzten Monat ist es nochmal heißer geworden und man kann mittags kaum vor die Haustür.

Nach dem Camp haben wir erstmal fünf tage frei, um uns auszukurieren. Wir sind alle ein bisschen angeschlagen und können die freien tage echt gut gebrauchen.

Jetzt brechen auch die letzten zwei Monate an… Die zeit verfliegt so schnell….